Kurioses

Unsinnigste Äußerung 2003

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat eine britische Auszeichnung für die unsinnigste Äußerung des Jahres bekommen. Die prämierte Bemerkung fiel während einer Pressekonferenz und lautete: "Berichte, die sagen, dass etwas nicht passiert ist, finde ich immer interessant, denn wie wir wissen, gibt es Bekanntes, das bekannt ist. Es gibt Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. Wir wissen auch, dass es bekanntermaßen Unbekantes gibt. Das heißt, wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen. Aber es gibt auch Unbekanntes das unbekannt ist - das, wovon wir nicht wissen, dass wir es nicht wissen." Der satirische Preis wird von der "Plain English Campain" (Auf gut Englisch gesagt) vergeben, die sich für eine klare Ausdrucksweise von Politikern, Firmen und Behörden einsetzt.

(Quelle: Nassauer Tageblatt vom 03.12.2003, Seite 2)

Zitate aus der FH

Deutsch

"Als wir uns das erste Mal unterhalten haben, habe ich fast nichts verstanden", hat mir kürzlich ein Bekannter aus Spanien gesagt, der jetzt in Deutschland lebt. Kein Wunder - wir Deutsche verstehen uns manchmal selbst nicht: Wer beispielsweise in Hessen ein "Alsterwasser" bestellt, erntet fragende Blicke. Das Biermixgetränk kennt man hier nämlich unter "Radler". Und wer in Köln ein "Altbier" ordert, fliegt direkt aus der Kneipe. Unsere "Kräppel" wiederum heißen in Kiel "Berliner" und in Berlin heißen die "Berliner" "Pfannkuchen". Und was man sonst in Deutschland so unter "Pfannkuchen" versteht, ist in Berlin ein "Eierkuchen". Da verstehe noch einer die Deutschen.

(Quelle: Nassauer Tageblatt vom 04.03.2005, Seite 14)

Stau

von Peter Richter
Auf der Autobahn lege ich den Rückwärtsgang ein, wenn ich ein bißchen Musik will. Das Autoradio habe ich vor zwei Stunden aus dem Fenster geworfen. Es brachte nur Müll, sah aus wie eine Dorfdisko und müßte jetzt ein paar Meter weiter hinten neben der Leitplanke liegen. Statt dessen lasse ich die Einparkhilfe für mich piepen. Je näher da Auto hinter mir heranrückt, desto häufiger piept sie, und zum Abschluss einer dramatischen Steigerung gibt sie einen Dauerton von sich. "Ein Auffahrunfall käme jetzt dem erlösenden Einsatz einer Bassdrum gleich", sage ich in das erschrockene Gesicht meiner Beifahrerin hinen. Ich habe nämlich die Frau aus dem Navigationssystem vorübergehend ausgetauscht gegen eine aus Fleich und Blut: deren Äußerungen sind zwar ebenfalls sehr unzuverlässig, aber sie klingen charmanter. Außerdem liefert das Auto auch ohne die Anne-Clark-artige Navigationsstimme mehr Elektrosounds als ein Technoclub. Wenn man zum Beispiel gleichzeitig den Rückwärtsgang einlegt, das Licht einschaltet, die Tür öffnet und bei laufendem Motor den Gurt nicht gürtet, haut es einem dermaßen viele Warntöne um die Ohren, dass man meint, man wär' auf der Mayday.
Meine Beifahrerin schaut mitleidig. Ich schaue wehleidig. Um mich herum das ganze niederländische Volk. Wozu brauche ich einen Sicherheitsgurt? Wozu braucht mein Auto Räder? Wozu braucht die Welt Campingfreunde mit gelben Kennzeichen?
Die Beifahrerin legt die Füße hoch. "Das Armaturenbrett ist keine Fußablage", sage ich müde. "Und das Handschuhfach hält von alleine, man muss nicht dagegentreten." Jeden Sommer werden so viele Frauenfüße auf dem Armaturenbrett abgelegt, dass man Angst haben muss, sie kommen einem im Winter alle wieder entgegengepustet, wenn man zum Enteisen der Frontscheibe das erste Mal das Gebläse einschaltet. Es sieht auch nicht schön aus, sondern zwangsläufig plattfüßig. Trotzdem machen es alle. Die Holländerinnen auch. In allen Autos das gleiche Bild: die Frauen liegen da wie beim Zahnarzt und die Männer beißen ins Lenkrad. Meins habe ich inzwischen fast aufgegessen. Die Beifahrerin flötet mit Barfußlächeln, dass mir noch so viele PS jetzt nicht hülfen. "Doch", schreie ich: es müssten nur so viele sein, dass man damit alle anderen Autos vor sich her schieben kann - und wenn ich das Radio nicht rausgerissen hätte, würde ich im übrigen jetzt gern die CD mit den Maschienengewehrgeräuschen einlegen, die mir ein Freund aus dem Schallarchiv eines Rundfunksenders zusammengestellt hat. Denn das Unerträglichste an einem Stau, unerträglicher als die Holländer und unerträglicher als die eigene Ungeduld, das ist diese elende Geduld all der anderen.
(Quelle: Frankfurter allgemeine Sonntagszeitung vom 27.07.2003, Seite 24)

Der Verlobungsring

Der Verlobungsring wird "im Allgemeinen zur Unterscheidung von Verheirateten an der linken Hand getragen, also dort, wo fast überall auf der Welt - nur nicht bei uns - der Trauring getragen wird."
(Quelle: Der neue Knigge, Seite 259)

Der Käse

Das ist der Käse, den die Ratte, die die Katze, die der Hund jagte, biss, fraß.
(Minsky)