Schwanensee

Inhaltsübersicht

  1. Handlung
    1. 1. Akt

    2. 2. Akt

    3. 3. Akt

    4. 4. Akt

  2. Inszenierungen

Handlung


Das Libretto stammt von Begitschew und Geltzer und entsprach ganz der Vorstellung des Komponisten Tschaikowsky.
Inzwischen wurde das Libretto jedoch schon häufig umgeschrieben und verändert, so dass es verschiedene Versionen
mit zum Teil sehr unterschiedlichen Enden gibt. Die Sage von der verzauberten Schwanenprinzessin, die nur durch wahre
Liebe aus dem Bann des bösen Zauberers erlöst werden kann, ist bei vielen Völkern bekannt.In Schwanensee lassen
sich häufige Motive zahlreicher Märchen nachweisen: Insbesondere die unglücklich verzauberte Prinzessin,die durch die
Liebe eines Prinzen erlöst wird. Auch das unglückliche Ende des ursprünglichen Librettos ist ein bekanntes Märchenmotiv
des Schwanenmädchens.

1. Akt [Zurück]

Im Schlosspark feiert Prinz Siegfried seinen 21. Geburtstag. Die Königsmutter kommt hinzu und wirft ihm zärtlich seine
Unbeschwertheit vor. Sie erinnert ihn, dass am nächsten Tag ein Hofball stattfinden wird und er unter den teilnehmenden
Gästen eine Braut wählen soll. Die Tänze werden fortgesetzt, bis der Prinz sich absondert und von einer unbestimmten
Melancholie erfasst wird. Am Himmel sieht er weiße Schwäne vorüberziehen und er beschließt, mit seinen Freunden auf
die Jagd zu gehen.

2. Akt [Zurück]

Am Ufer des Schwanensees, in der Nähe des Schlosses, erscheinen im Mondlicht, aus dem Wasser tretend, wunderschöne
Schwanenmädchen. Der Prinz kommt hinzu und will schon seine Armbrust anlegen, als die Schwanenkönigin vor ihn tritt.
Sie erzählt Siegfried, sie sei Prinzessin Odette, die vom Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt worden ist.
Von diesem Zauber könne sie nur derjenige erlösen, der ihr ewige Liebe schwört. Siegfried, von ihrem Liebreiz
überwältigt schwört ihr ewige Liebe und Treue. Die Verzauberung der Liebenden findet ein Echo in den Tänzen der Schwäne.
Odette und der Prinz bemerken nicht, dass sie von Rotbart belauscht wurden. Die Liebenden verlassen die Lichtung.

3. Akt [Zurück]

Festball im Schloss am nächsten Tag. Prinz Siegfried soll seine Braut wählen. Der Prinz tanzt mit den jungen Bräuten aus verschiedenen Ländern, aber seine Gedanken sind nur bei Odette. Unerwartet wird ein edler unbekannter Gast gemeldet: Baron Rotbart mit seinem Geschöpf Odile, die Odettes verführerisches, negatives Ebenbild ist und in der Prinz Siegfried fasziniert seine geliebte Odette zu erkennen glaubt. Die Divertissements mit den Nationaltänzen werden fortgesetzt. Siegfried, nun vollends der bösen Faszination der schwarzen Odette verfallen, hält um ihre Hand an und schwört auch ihr ewige Liebe und Treue. Triumphierend über den gelungenen Betrug verlassen Rotbart und Odile den Ballsaal, während Odettes weißer Geist in der Ferne erscheint. Siegfried läuft verzweifelt zum See.

4. Akt [Zurück]

Hier gibt es mehrere Varianten: Am See warten die Schwäne auf die Rückkehr ihrer Prinzessin.
Diese kommt und berichtet ihnen, was sich zugetragen hat.Der Prinz erreicht den See und bittet
Odette um Verzeihung, und sie vergibt ihm. Eine große von Rotbart geschickte Welle droht Siegfried
zu ertränken. Odette stürzt sich in die Flut, um Siegfried zu retten. Abhängig von der Inszenierung stirbt
entweder einer von beiden (Siegfried oder Odette), oder beide sterben, oder beide leben glücklich bis an
ihr Lebensende.

Inszenierungen


Seine Uraufführung erlebte Schwanensee am 20. Februar jul./ 4. März 1877greg. im Moskauer Bolschoi-Theater in einer Inszenierung von Wenzel Julius Reisinger mit der Primaballerina Pelagaja Karpakowa - die Aufführung war von einer ungenügenden Vorbereitung und technisch mangelhaften Darstellern sowie einer ebensolchen Ausstattung gekennzeichnet. Das Bolschoi-Ballett hatte zu dieser Zeit nicht das erforderliche Niveau, um dieses Stück zu tanzen, und so wurden die zu schwierigen Stellen in der Musik einfach gestrichen und durch leichtere Nummern anderer Komponisten ersetzt. Die Aufführung wurde dadurch unbeliebt und schnell wieder abgesetzt. Sie litt ebenso sehr unter den damaligen Umständen des Balletts, die John Cranko in seinem Stuttgarter Programmheft beschreibt: „... geschichtliche Ereignisse wurden völlig geändert, Nationaltänze wurden in ganz falschen Ländern und total unpassenden Kostümen getanzt ... Danach wurde vom Komponisten verlangt, eine Anzahl allgemein beliebter Rhythmen wie Polka, Galopp, Walzer oder Mazurka zu liefern. ... das Ganze wurde von einem Ballettmeister auf einer Diskant-Violine geprobt, so daß der Tanz mit dem Orchester zusammengebracht manchmal einen sonderbaren Gegensatz zur Musik darstellte. Auch mußte die Primaballerina von den 'Nummern' befriedigt sein, und war sie es nicht, war es leicht, die Stücke zu streichen, unbekümmert darum, ob die musikalische Sequenz unterbrochen wurde oder nicht.“ Unter diesen Umständen floppte Schwanensee bei seiner Erstaufführung wenig überraschend.

Die Inszenierungen ab 1880 - Tschaikowskis Ruhm begann langsam auch außerhalb Russlands zu wachsen - hatten nur mäßigen Erfolg, vor allem aber entstellten sie das Ballett immer weiter. Nikolai D. Kaschkin, Musikkritiker und Leiter des Konservatoriums in Moskau, schrieb in seinen Memoiren von 1896: „Der Ersatz der ursprünglichen Nummern durch eingeschobene wurde in immer höherem Grade praktiziert, und schließlich war fast ein ganzes Drittel der Musik von Schwanensee durch Einschübe aus anderen Balletten ersetzt, zudem meist nur durchschnittlichen.“

Die bis heute maßgebliche Inszenierung wurde am 17. Februar/15. Januar 1895 am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg aufgeführt. Die Choreografie war von Marius Petipa und Lew Iwanow. Spätere Inszenierungen lehnten sich meist sehr eng an diese Fassung an. Die Petersburger kamen wahrscheinlich durch konzertante Aufführungen des zweiten Akts im Mariinski-Theater 1894 auf die Idee, das Ballett wiederzubeleben. Auf Auftrag des Petersburger Theaterdirektors Iwan Wsewoloschski überarbeitete Tschaikowskis Bruder Modest die Partitur grundlegend. Die Inszenierung war ebenfalls nur ein mäßiger Erfolg, sie war unautorisiert, da es keinerlei Anzeichen gibt, dass Tschaikowski selbst je eine Umarbeitung in Betracht zog, aber sie beeinflusste die gesamte weitere Aufführungspraxis zutiefst

Petipa selbst rechnete nicht mit dem Erfolg und traf auch keine Vorkehrungen für die weitere Aufführungspraxis: Weder ließ er die Choreografie Schritt für Schritt notieren, noch traf er Verfügungen über den Umgang mit der Choreografie nach seinem Tod. Erst 1934 gelangte mit dem London-Emigranten Nikolai Sergejew überhaupt eine einigermaßen vollständige Aufzeichnung der Version in den Westen. Die erste Aufführung des Kirow-Balletts im Westen musste bis 1969 warten.


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