Volition (Willenskraft) - Ergebnisse eines Forschungsprojektes
Für Erfolgserlebnisse ist Volition wichtiger als Motivation!
Volition, ist eine der wichtigsten menschlichen Stärken im Beruf und Privatleben. Erfahren Sie, wie Sie mit Volition (Willenskraft) Wünsche, Motive und Pläne in messbare Resultate (Erfolge) umsetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Volition und Motivation im Überblick
- Bedeutung der Volition (Willenskraft) im Beruf und Privatleben
- Volition im Management und das Prinzip der Selbststeuerung
- Zur Geschichte der Volition
- Volition in der Praxis (Anwendung)
- Volition (Willenskraft) trainieren und stärken
- Die fünf volitionalen Kompetenzen
- Nützliche Links zu Volition und Umsetzungskompetenz
Definition: Was ist Volition?
Unter Volition versteht man durch Willenskraft gesteuerte Fähigkeiten, die notwendig sind, um Motive und Ziele in Ergebnisse umzusetzen. Dazu ist die Überwindung verschiedener interner und externer Widerstände wie zum Beispiel Unlustgefühlen, Ängsten, Ablenkungen oder Ziellosigkeit notwendig.
Diese Widerstände können durch eine willentliche, gezielte Steuerung von Gedanken, Motiven, Wünschen, Emotionen und Aktionen überwunden werden. Volition nennt man deshalb auch Umsetzungskompetenz.
Abgrenzung der Definitionen Volition und Motivation
- Motivation bezeichnet nach Joseph Ledoux lediglich das Streben nach Zielen und wünschenswerten Objekten.
- Albert Bandura konnte nachweisen, dass kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Leistungsmotiv und der tatsächlichen Leistung besteht, obwohl es in der Praxis gerade auf die Leistung ankommt. Erst die Volition (Willenskraft) sorgt dafür, dass aus Worten auch Taten werden, wie es auch der Volksmund formuliert.
- Jeffrey Pfeffer hat in der Managementlehre dafür den Begriff „Knowing-Doing Gap“ geprägt. Bei uns bringt es die Aussage: „Wir sind Wissensriesen, aber Umsetzungszwerge“ auf den Punkt. Motivation kann man am besten mit einem Motor vergleichen und die Volition mit dem dazu nötigen Treibstoff.
Evolution der Motivationstheorien: Warum Volition heute entscheidend ist
Die Entwicklung der Motivationstheorien zeigt einen klaren Fortschritt: Frühe Ansätze fragten vor allem, was Menschen antreibt – zum Beispiel Bedürfnisse, Motive, Anreize oder Arbeitsbedingungen. Spätere Theorien untersuchten, wie Erwartungen, Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmung und Zielklarheit das Verhalten beeinflussen.
In der Praxis bleibt jedoch ein zentrales Problem bestehen: Menschen können ein Ziel attraktiv finden, den Sinn verstehen und sich sogar motiviert fühlen – und trotzdem nicht handeln. Genau hier setzt die Volition an. Sie erklärt, wie Motive, Wünsche und Ziele trotz Ablenkung, Unlust, Stress, Rückschlägen oder anderen Widerständen in konkrete Ergebnisse umgesetzt werden.
Volition kann deshalb als eine aktuelle und besonders praxisrelevante Weiterentwicklung der Motivationsforschung verstanden werden. Motivation erklärt, warum Menschen ein Ziel wollen. Volition erklärt, wie daraus Handlung, Ausdauer und messbare Ergebnisse werden.
Einen allgemeinverständlichen Überblick über die wichtigsten Motivationstheorien – von Maslow, Herzberg und McClelland über Bandura, Deci und Ryan bis zur Volitionsforschung – bietet der Beitrag Motivationstheorien für die Praxis: Was wirklich wirkt .
Forschungsprojekt Volition (Ergebnisse)
Aus neuen Forschungsergebnissen zu den Themen Motivation und Volition haben wir ein neues Konzept der Volition entwickelt und seine Praxistauglichkeit mit einer Befragung von 14.337 Fach- und Führungskräften empirisch getestet und validiert. Damit kann die Volition "messen".
Der Test trägt den Namen "Gießener Inventar der Umsetzungskompetenzen".
Dies ist die wichtigste Voraussetzung für ein wirksames Training oder Coaching der Volition (Willenskraft) – einer Kompetenz, die zum Beispiel von herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten oder überdurchschnittlich erfolgreichen Menschen im Alltag tatsächlich praktiziert wird. Weitere Informationen zur Studie und zum wissenschaftlichen Hintergrund finden sie unter den folgenden Links:
- *Pelz, W.: Umsetzungskompetenz als Schlüsselkompetenz für Führungspersönlichkeiten. In: Au, Corinna von (Hrsg.): Leadership und angewandte Psychologie. Band 5: Führung im Zeitalter von Veränderung und Diversity. Berlin: Springer Verlag 2017 (pdf download)
- Homepage des Forschungsprojektes zur Volition (Willenskraft)
- Abgrenzung der Definitionen Volition und Motivation
- Stand der Forschung zur intrinsischen und extrinsischen Motivation und Selbsteinschätzung (Test der Quellen der Motivation).
Bedeutung der Volition im Beruf und Privatleben
Berufliche Erfolge = messbare Resultate
Eine der häufigsten Fragen im Einstellungsinterview, in der Führungskräfteentwicklung oder im Assessment Center ist: Was haben Sie in Ihrem Beruf und im Leben allgemein bisher erreicht? Welche konkreten Ergebnisse (Erfolge) können sie nachweisen? Fach- und Führungskräfte können außerordentliche Talente, höchste akademische Grade, das neueste Wissen, umfangreiche Erfahrungen, höchste akademische Titel von den renommiertesten Universitäten haben - letztendlich zählen aber die (wirtschaftlichen) Resultate.
Zahlreiche empirische Studien belegen, dass die Volition einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren sowohl im Beruf als auch in anderen Lebensbereichen ist. Roy Baumeister, einer der Pioniere der Volitionsforschung, meint daher, dies sei "the greatest human strength". Auch wenn die Volition nachweislich wichtig ist, sollte man nicht übersehen, dass für den beruflichen Erfolg noch andere Kompetenzen, Persönlichkeitsmerkmale und Wertvorstellungen wichtig sind. Wenn diese Faktoren zu den Anforderungen der Aufgabe oder zur Unternehmenskultur optimal passen, spricht man von einem Matching. Die Menschen sagen dann: "Ich habe meinen Traumjob gefunden." Tipps zu diesem Thema finden Sie auf den folgenden Seiten:
Tipp zum beruflichen Erfolg: Wie Sie Ihren Traumjob finden. Dabei sollte man stets die Unternehmenskultur berücksichtigen. Ein Inventar (Test) zur Analyse der Unternehmenskultur enthält die Seite Unternehmenskultur.
Volition als Muskel
Roy Baumeister (und Kollegen) vergleichen die Volition (Willpower) mit einem Muskel, den man trainieren kann. Dieser Auffassung folgt unser Ansatz nicht. Wir definieren die Volition als eine Fähigkeit (Kompetenz). Sie besteht aus fünf Teilkompetenzen, die durch den Willen (willentliche Entscheidungen) bewusst gesteuert werden. Diese Steuerung beginnt bei der Zielsetzung und geht weiter über die Planung und Ausführung bis hin zum Ergebnis und der Erfolgskontrolle.
Volition als Selbststeuerung
Den gesamten Prozess nennt man auch Selbststeuerung oder Selbstmanagement (analog zum Regelkreis in der Kybernetik). Es ist eine willentliche Entscheidung, auf welche Ziele jemand seine Aufmerksamkeit lenkt, welche Emotionen er verstärkt oder dämpft (Energie), für welche Motive er sich entscheidet, welche Maßnahmen er zur Zielerreichung auswählt und welchen Sinn er seinen Aufgaben beimisst (Beitrag). Diese Zusammenhänge soll die folgende Abbildung veranschaulichen.

Abbildung 1: Derfinition der Volition (Fähigkeit, den Umsetzungsprozess willentlich zu steuern)
Volition als Kompetenz mit Teilkompetenzen
Die Konzeption der Volition als Kompetenz und Teilkompetenzen (und nicht zum Beispiel als Charaktereigenschaft oder Einstellung) hat den Vorteil, dass es sich bei Kompetenzen um erlernbare Verhaltensweisen handelt. Sie können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Persönliches Stärken-Schwächen-Profil
Jeder Mensch hat ein individuelles Stärken-Schwächen-Profil dieser Kompetenzen. Wenn man es mit einem validierten Inventar misst (erfasst), lassen sich effiziente Maßnahmen zur Erhöhung der Volition finden und somit trainieren (Ausbau von Stärken und Überwindung von Schwächen im alltäglichen Verhalten.
Diese Stärken-Schwächen-Analyse der volitionalen Kompetenzen sollte möglichst objektiv sein. Dazu ist am besten ein 360-Grad-Feedback geeignet. Auf Grundlage dieser Analyse empfehle ich die Erarbeitung eines persönlichen Entwicklungsplans.
Aufwand und Erfolg
Die Unterschiede in den Fähigkeiten liefern eine wichtige Erklärung für die Tatsache, dass manche Menschen trotz großer Anstrengungen im ihrem Leben nicht viel erreichen, während andere mit geringem Aufwand beeindruckende Erfolge erzielen. Dies ist uns zunächst bei den rund 50 persönlichen Interviews mit Geschäftsführern mittelständischer Weltmarktführer (Hidden Champions) aufgefallen und wurde durch die große Stichprobe von 14.000 Teilnehmern bestätigt.
Volition im Management
Der Umsetzungs- und Selbststeuerungsprozess
Die Abbildung 1 zeigt den gesamten Managementprozess, den man auch als Umsetzungsprozess bezeichnen kann, weil der in der Realisierung der Ziele (dem Ergebnis) endet. Am Anfang steht die Auswahl lang- und kurzfristiger Ziele. Sie sollten nach dem SMART-Prinzip formuliert sein. Das Akronym SMART steht für spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und termingebunden.
Nach der Festlegung des Gesamtziels (Vision) und der Teilziele (funktionale Ziele wie zum Beispiel Personal-, Marketing-, Produktions- und Rentabilitätsziele) kommt die Planung. Sie gibt Auskunft darüber, welche Möglichkeiten (Strategien) es gibt, die Ziele zu erreichen.
Diese Strategien müssen nach Chancen und Risiken bewertet werden, um anschließend die besten Möglichkeiten auszuwählen. Die Planungsphase endet also mit der Entscheidung über Ziele und Strategien. Darauf folgen konkrete Aktionen, die in einer bestimmten Reihenfolge durch bestimmte Personen durchgeführt werden müssen. Das nennt man auch Organisation.
Zukunfsplanung trotz Unsicherheit im Management
In Unternehmen, die im Wettbewerb stehen, gibt es keinerlei Gewissheit darüber, ob die Ziele, Strategien und Aktionen die geplanten (beabsichtigten) Ergebnisse herbeiführen können. Dennoch benötigt jedes Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit.
Dieses Problem wird in der Praxis durch Reaktionen auf regelmäßige Soll-Ist-Abweichungen gelöst. Mit anderen Worten, der Sinn Planung (und der daraus folgenden Maßnahmen) besteht nicht darin, die Zukunft vorherzusagen, sondern darin, Zeit zu gewinnen, um auf unvermeidliche Planabweichungen reagieren zu können.
Es gilt der Grundsatz: Je später ein Unternehmen auf notwendige Anpassungen (aufgrund von Soll-Ist-Abweichungen) reagiert, desto größer sind der (finanzielle und personelle) Aufwand sowie das Risiko des Scheiterns angesichts zunehmend volatiler Rahmenbedingungen.
Diese Notwendigkeit, möglichst frühzeitig zur reagieren hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Michael Dell soll einmal gesagt haben:
„In unserer (schnelllebigen) Industrie gibt es nur zwei Arten von Unternehmen: die schnellen und die toten“.
Volitionale Kompetenzen der Entscheidungsträger
Damit der Gesamte Prozess (einschließlich der Anpassungsreaktionen) effektiv und effizient funktioniert benötigen die Entscheidungsträger bestimmte Kompetenzen. Diese sind mit (1) bis (5) in der Abbildung 1 bezeichnet. Dazu gehört
- die Fokussierung auf attraktive, sinnvolle und wesentliche Ziele (1).
- Hinzu kommt die Gestaltung einer produktiven Unternehmenskultur mit zufriedenen und engagierten Mitarbeitern (2).
- Ferner benötigen die Führungskräfte Durchsetzungsstärke, die auf Erfahrungen und Selbstvertrauen gründet (3).
- Das Prinzip der möglichst frühzeitigen Reaktionen auf Soll-Ist-Abweichungen (im Gegensatz zum so genannten Feuerwehr-Prinzip) nennt man auch Zukunftsvorsorge – oder in unserem Modell die Kompetenz der vorausschauenden Planung und Problemlösung (4).
- Schließlich muss ein Unternehmen einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Dieser wird meistens als Mission formuliert.
- Dieser Sinn des Unternehmens geht seit einigen Jahren weit über die materielle Existenzsicherung hinaus.
- Die Menschen wollen nicht einfach nur ihren Unterhalt verdienen, sie wollen darüber hinaus etwas Sinnvolles leisten. Dies ist Aufgabe der Unternehmensethik (5).
Stand der Forschung zum Thema Selbststeuerung und Volition
Betrachtet man den Managementprozess und die dazu notwendigen Kompetenzen (1) bis (5) als Gesamtbild, dann wird darin das Grundprinzip der Selbststeuerung (Selbstregulation) deutlich, wie man es in der Kybernetik und Systemtheorie kennt.
Diese Denkweise hat in der Managementlehre eine lange Tradition; es sind schließlich komplexe soziotechnische Systeme. Das Konzept der Selbststeuerung ist auch auf das Verhalten von Menschen übertragbar ist und wird in vielen Disziplinen angewendet.
Einen wesentlichen Beitrag, der internationale Beachtung fand, leistete Hans Kornhuber mit der Entdeckung des Bereitschaftspotentials. Zu nennen wären ferner die Arbeiten von Patrick Haggard, Steven Brown, Roy Baumeister, Joseph Forgas, Rick Hoyle, Mark Bear und Albert Bandura.
Die nachfolgende Abbildung gibt einen zusammenfassenden Überblick über den wissenschaftlichen Hintergrund der Volition. Zur Vertiefung sei ferner sei auf die Literaturhinweise am Ende des Beitrags verwiesen.

Abbildung 2: Wissenschaftlicher Hintergrund zur Volition
Zur Geschichte der Volition
Die Geschichte des Themas Volition ist auf Wikipedia und in der Publikation von Heike Bruch und Sumantra Ghoshal (siehe Literaturhinweise) recht zutreffend dargestellt. An dieser Stelle sei lediglich ein zusammenfassender Überblick in der nachfolgenden Abbildung veranschaulicht.

Abbildung 3: Wichtige Meilensteine in der Forschung zum Thema Volition
Volition in der Praxis: Volition, Motivation und Leistung
Motivation und Leistung
Albert Bandura von der Stanford University konnte nachweisen, dass kein signifikanter Zusammenhang zwischen des Stärke der Motivation und der tatsächlichen Leistung (den Ergebnissen) besteht. Das machte die Entwicklung eines neuen Konzeptes (das der Volition) notwendig.
Es kann besser erklären, wie gute und außergewöhnliche Leistungen zustande kommen. Außerdem sind viele Leistungen nur deshalb möglich, weil Menschen gegen ihre Motive handeln. Auch das Phänomen, wonach manche Menschen mit bescheidenen Mitteln außergewöhnliche Leistungen erbringen, während andere trotz hoher Intelligenz, guter Ausbildung und umfangreicher materieller Ressourcen nur wenig zustande bringen, gehört in diese Kategorie.
In unseren Gesprächen mit Geschäftsführern und Inhabern außerordentlich erfolgreicher Unternehmern (den so genannten Hidden Champions) ist uns immer wieder aufgefallen, welche Risiken, Hindernisse und Niederlagen diese Menschen überwunden haben – und dass mit sehr bescheidenen Mitteln; sie sind einfach umsetzungsstark; sie haben Volition.
Wissensriesen und Umsetzungszwerge
Ein ähnliches Phänomen beschreibt der Volksmund mit den Worten: „Wir sind Wissensriesen und Umsetzungszwerge“. Jeffrey Pfeffer von der Harvard University bezeichnet diese Beobachtung „Knowing-Doing Gap“. Er meint damit, dass viele Manger (und Unternehmen) sehr genau wissen, was zu tun ist; sie machen es aber nicht.
Dieses Phänomen ist auch in anderen Bereichen bekannt. Ein Beispiel ist die Schmerztherapie: Patienten sind sehr motiviert, ihre Schmerzen zu mindern, indem sie bestimmte Übungen regelmäßig durchführen – sie tun es aber nicht. Ähnlich ist es im Falle der gesunden Ernährung, der sportlichen Aktivität oder dem Nikotin- und Alkoholkonsum: Man weiß genau, was zu tun ist, setzt es aber nicht um. Motivation reicht nicht aus; Volition muss dazu kommen.
Die fünf volitionalen Kompetenzen
Unsere Studie begann mit persönlichen Interviews von 34 Geschäftsführern mittelständischer Weltmarktführer. Danach wurden 153 Geschäftsführer, Personal- und Vertriebsleiter schriftlich sowie rund 14.000 Fach- und Führungskräfte online befragt (Stand 2022). Das Ergebnis sind fünf Kompetenzen, aus denen Volition beziehungsweise Willenskraft besteht. Jede Kompetenz ist durch acht konkrete Verhaltensbeschreibungen operationalisiert.
- Fokussierung der Aufmerksamkeit auf das Wesentliche
Diese Kompetenz zeigt, wie gut eine Person Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden kann. Wer nicht weiß, worauf es wirklich ankommt, verzettelt sich, wird hyperaktiv und bringt am Ende wenig zustande. Fokussierung setzt klare persönliche Werte voraus; sonst wird man leicht zum Spielball der Interessen anderer. - Emotionsmanagement: persönliche Energie gewinnen
Ärger, Wut und Angst belasten das Klima und führen zu energiezehrenden Konflikten. Erfolgreiche Menschen überwinden emotionale Belastungen schneller und können sich selbst und andere in eine positive, produktive Stimmung versetzen. Wichtig ist dabei auch, persönliche Energie zu tanken und unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden. Ein hilfreicher Ansatz ist das Konzept der Effort-Reward Imbalance: Wer dauerhaft mehr Energie verbraucht, als er zurückgewinnt, verliert an Leistungskraft. Ein Schlüssel zum besseren Umgang mit emotionalen Belastungen ist Empathie. - Selbstwirksamkeit und Durchsetzungsstärke
Selbstwirksamkeit bedeutet die Überzeugung, schwierige Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können. Diese Erfahrung hat großen Einfluss auf die Umsetzung von Zielen – bei Spitzensportlern ebenso wie bei Top-Managern. Dazu gehört auch, sich Respekt, Anerkennung und Wertschätzung nicht nur zu wünschen, sondern systematisch zu erarbeiten. - Vorausschauende Planung und Problemlösung
Viele Menschen handeln erst, wenn es „brennt“. Dieses Feuerwehrprinzip ist riskant, weil wichtige Kompetenzen, Beziehungen und Lösungen nicht von heute auf morgen entstehen. Wer erfolgreich sein will, denkt voraus, erkennt Hindernisse früh und bereitet Lösungen vor, bevor der Druck zu groß wird. - Selbstdisziplin aus tieferem Sinn
Für volitionsstarke Menschen ist Geld meist nicht das eigentliche Ziel, sondern eher ein Ergebnis sinnvoller Arbeit. Typisch ist die Haltung: „Arbeit hat für mich einen tieferen Sinn als nur Geld, Status, Macht oder Anerkennung.“ Selbstdisziplin wird stabiler, wenn sie aus persönlichen Werten, Verantwortung und einem klaren Beitrag für Team, Organisation oder Familie entsteht.
Fazit: Volition besteht aus fünf Kompetenzen, die außergewöhnlich erfolgreiche Menschen im Alltag praktizieren: Fokus, Emotionsmanagement, Selbstwirksamkeit, vorausschauende Planung und sinnorientierte Selbstdisziplin. Volition ist damit kein abstraktes Konzept, sondern angewandter gesunder Menschenverstand.
Einen Online-Test dieser Kompetenzen mit weiteren Hinweisen finden Sie unter Volition und Umsetzungskompetenz.
Volition stärken (Training der Willenskraft)
Kompetenzen statt "Muskeln"
Um die Volition durch Training oder Coaching lernbar zu machen, war es notwendig, sie nicht als „Muskel“, sondern als Kompetenz mit insgesamt 40 beobachtbaren und somit messbaren Verhaltensbeschreibungen zu konzipieren. Durch diese Operationalisierung und Validierung der Volition anhand der empirischen Studie mit rund 14.000 Teilnehmern ist es möglich geworden, die Volition mit einem Stärken-Schwächen-Profil diagnostizierbar zu machen (zum Beispiel mit Interviewtechniken, 360-Grad-Feedback, Assessment Centern etc.).
Zur Einschätzung der Stärken, Schwächen und Potenziale (Chancen) und zur Ableitung von Konsequenzen hat sich in der Praxis die so genannte SWOT-Analyse bewährt. Weitere Einzelheiten dazu unter dem folgenden Link: SWOT-Analyse.
Persönlicher Entwicklungsplan
Eine in der Praxis bewährte Lernmöglichkeit ist ein Persönlicher Entwicklungsplan zum Ausbau von Stärken und zur Überwindung von Schwächen auf der Grundlage der im Alltag praktizierten Verhaltensbeschreibungen (Items). Als Faustregel kann man sagen, dass der Lernerfolg (bei Kompetenzen) zu 10 Prozent aus Seminaren oder der Fachliteratur stammt („learning by listening“), zu 20 Prozent aus der Beobachtung von Vorbildern („learning by observing“) und zu 70 Prozent aus dem Praktizieren des Verhaltens („learning by doing)“.
Dieser Entwicklungsplan ist Grundlage für ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, in dem die zukünftigen Ziele und Aufgaben und die dazu notwendigen Verhaltensänderungen besprochen und vereinbart werden. Auf diese Weise entsteht ein Commitment, das sicherstellt, dass die Verhaltensänderungen tatsächlich wirksam werden.
Die ethische Dimension der Volition
Volition ist auch eine Entscheidung zugunsten einer bestimmten, selbstkritischen Lebenseinstellung. Der Physiologe Hans Kornhuber, der das Bereitschaftspotential entdeckte, hat sich über die Vernachlässigung des Willens in der zeitgenössischen Wissenschaft gewundert und folgendes festgestellt: Der Wille hat eine klärende, koordinierende, zielgerichtete Wirkung. Er sorgt für eine Stabilität des Verhaltens aus Vernunft,
Selbstachtung und moralischer Energie. Er ist entscheidend für die Verwirklichung langfristiger Ziele und die Entwicklung menschlicher Talente und Fähigkeiten. Ohne diesen Willen verliert der Mensch an Handlungsfreiheit, er wird passiv, planlos, lässt sich treiben, ist leicht verführbar und verliert schließlich an Selbstachtung. Die Folge ist Abhängigkeit von untergeordneten Antireben, von Suggestionen, Gruppenstimmungen, eigenen Verstimmungen, von primitiven Nahzielen, von Gerüchten und Zank.
Nützliche Links zu Volition, Willenskraft und Umsetzungskompetenz
Die folgenden Links führen zu Tests, Hintergrundinformationen und praktischen Werkzeugen zur Messung und Entwicklung volitionaler Kompetenzen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus Zielen, Motiven und guten Vorsätzen tatsächlich Handlung und messbare Ergebnisse werden.
- Test der Volition: Gießener Inventar der Umsetzungskompetenz – wissenschaftlicher Hintergrund, Gütekriterien und Online-Test zur Selbsteinschätzung der Willenskraft.
- Online-Fragebogen: Volitionstest zur Umsetzungskompetenz – Selbsteinschätzung der fünf volitionalen Kompetenzen.
- Forschungsprojekt Volition: Willenskraft, Volition und Umsetzungskompetenz – aktuelle Informationen zum Forschungsprojekt und zur praktischen Anwendung.
- Persönlicher Entwicklungsplan: Volition mit einem persönlichen Entwicklungsplan verbessern – Beispiel, wie Testergebnisse in konkrete Entwicklungsschritte übersetzt werden können.
- Stärken-Schwächen-Analyse: Persönliche Stärken-Schwächen-Analyse der Willenskraft – systematische Auswertung persönlicher Stärken und Schwächen bei der Umsetzung.
- Führung und Umsetzungskompetenz: Volition als Führungskompetenz – wie Führungskräfte Ziele, Entscheidungen und Chancen in Ergebnisse verwandeln.
- Motivation und Volition: Motivation: sich selbst und andere wirksam motivieren – validierter Motivationstest und Zusammenhang von Motivation und Umsetzung.
- Motivationstheorien für die Praxis: Welche Motivationstheorien in der Praxis wirklich funktionieren – Überblick über zentrale Theorien und ihre Anwendung in Führung, Coaching und Training.
- 360-Grad-Feedback: Selbstbild und Fremdbild mit 360-Grad-Feedback vergleichen – objektivere Einschätzung von Führungsverhalten, Wirkung und Umsetzungskompetenz.
- Persönliche Energie: Persönliche Energie tanken – wie man Energie gewinnt, Energieverbrauch senkt und emotionale Belastungen besser bewältigt.
- Management-Coaching: Coaching zur Verbesserung volitionaler Kompetenzen – persönliche Unterstützung bei Selbststeuerung, Zielklarheit und Umsetzung.
